Die Österliche Speisenweihe (Speisensegnung)

Speisensegnungen haben eine lange Geschichte und tiefen religiösen Sinn

„Speisenweihen“ gehören zum Osterfest dazu wie die Freude über die Auferstehung.

Endlich ist die Fastenzeit vorbei. Man darf wieder alles essen! Speisensegnungen haben mit den alten und noch strengen Fastenvorschriften zu tun. Liturgiereferent Mag. Hans Stockhammer von der Diözese Linz erklärt es folgendermaßen: „Die österliche Speisensegnung hat ihren tiefen Sinn darin, die Tischgemeinschaft mit dem Auferstandenen daheim im kleinen Kreis weiter zu feiern: mit symbolhaften Speisen, die ihre ‘Wirkung’ besonders dann entfalten, wenn man in der österlichen Bußzeit tatsächlich gefastet hat.“ In Rom segnete man schon vor 1000 Jahren Fleisch, das Osterlamm, Milch und Honig, Käse, Butter und Brot. Im 12. Jh. fand der Genuss des gesegneten Osterlammes am päpstlichen Hof in einem Zeremoniell der Nachahmung des Paschamahles, des Letzten Abendmahles, statt.

Ein alter Volksbrauch
Die Speisensegnungen verbinden sich bei uns mit der Auferstehungsfeier oder der Messe am Ostersonntag. In manchen Regionen ist der Brauch stark verwurzelt, schon am Karsamstag Speisen zu segnen. Eine von „oben“ durchgesetzte Verlegung auf den Ostersonntag hätte vermutlich das Aussterben des Brauches zur Folge gehabt. Ein Kompromiss sind die „Kreuzandachten mit Segnung der Osterspeisen“.
Stets folgt auf die Speisensegnung die festliche Osterjause bzw. das Osterfrühstück in der Familie. Manchmal wird gleich nach dem Gottesdienst mit Brot, Eiern und Kuchen eine Agape (Liebesmahl) gefeiert.

Der Charakter der Regionen lässt sich an den Osterspeisen ablesen. Die bäuerliche Tradition der Weihe von Eiern, Brot, Gebäck und Fleisch hat sich weitgehend gehalten. Davon ist auch im „Benediktionale“, im liturgischen „Buch der Segnungen“, die Rede. Weiterlesen >>

(Foto von Familie M. aus Harthausen)