Wer Ohren hat

„Seit den Tagen Johannes’ des Täufers wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. […] Wer Ohren hat, der höre“ (Mt 11,12)

Immer wieder ist im Evangelium vom Hören die Rede. Doch das Ohr ist nur nur da, um einfach zu hören. Vielmehr ist das Ohr auch dafür zuständig, das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Gleichgewicht braucht es auch im Glauben. Das Reich Gottes unter uns leidet, wenn wir dem Glauben nur einen Randbereich unseres Lebens zugestehen und uns von allzu irdischen Dingen ablenken lassen. Wo wir jedoch mit einem Bein im Leben und mit dem anderen Bein fest im Glauben stehen und beides in uns zu einer Balance findet, dort wächst es heran und beschenkt uns mit reicher Frucht.

Ein Gebet für den Tag:
Jesus, meine Ohren sind oft überfordert: laute Geräusche, viele Worte, und viel zu viele Stimmen drohen deinen Ruf in meinem Leben zu übertönen. Dein offenes Ohr ist eine Einladung, vor dir still zu werden. Mein Schweigen sei ein Gebet, das die Waagschale meines Lebens ins Gleichgewicht bringt. Hilf du mir, im Trubel dieser Welt nicht ins Wanken zu geraten, sondern Halt zu finden in Dir.